Wussten Sie, dass Geschichten erzählen eine ganz besondere Wirkung hat?

Im Online-Marketing wird Storytelling eingesetzt, um Unternehmen auf der eigenen Webseite und in den sozialen Medien auf fesselnde und sympathische Art zu präsentieren.

In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, wie Sie Ihre Unternehmensgeschichte(n) mit Storytelling besonders spannend erzählen.

Storytelling im Marketing: „Facts tell, but stories sell“

Dieses Zitat ist nicht nur in der Marketing-Branche verbreitet. Wenn Sie Menschen von Ihrer Marke begeistern möchten, werden trockene Fakten Ihr Publikum wenig begeistern. Anders, wenn Sie die Storytelling-Techniken einsetzen, um z.B. die Gründungsgeschichte Ihres Unternehmens zu erzählen. Durch diese im deutschen Sprachraum noch nicht allzu verbreitete Methode gewinnen Sie leichter ein aufmerksames Publikum, das Ihre Geschichte gerne liest.

Zusatz-Pluspunkt: Eine gute Geschichte bleibt länger im Kopf und ist durch ihren Nuancenreichtum ein hervorragendes Instrument, um Ihre Unternehmenswerte zu vermitteln.

Die Entstehungsgeschichte einer Firma

Sie möchten Ihr Unternehmen gerne durch Storytelling vorstellen und dafür nicht den selben, sachlichen Text auf der Seite „Über uns“ verwenden wie viele Ihrer Mitbewerber? Als Einleitung genügt schon ein interessanter Schlüsselmoment Ihres Unternehmens, um die Geschichte zum Laufen zu bringen.

Beispiel: „Laras Eissalon“


„Als ich die Schlüssel zu meinem kleinen Eisgeschäft in den Händen hielt, wusste ich, ich hatte es endlich geschafft. So lange hatte ich davon geträumt, und nun war es wahr geworden. Ich, Lara Berger, war Gründerin, Unternehmerin und (im Moment noch) die einzige Angestellte meines eigenen, kleinen Ladens und das alles mit nur 26 Jahren. Sogar die Zeitung hatte schon über den ersten veganen Eissalon der Stadt geschrieben – meinen Eissalon! Ab diesem Tag stand dem Erfolg des Unternehmens nichts mehr im Weg. Doch zuvor hatte ich auch so einige Hindernisse bewältigen müssen…“

Die wichtigsten To-Do’s beim Storytelling auf einen Blick:

  • Achten Sie auf den Spannungsbogen.
  • Holen Sie Ihren Leser auf Augenhöhe ab und erzählen Sie die Geschichte so, als würden Sie sie Ihrem besten Freund erzählen.
  • Führen Sie Ihr Publikum so in die Geschichte ein, dass sich jeder auskennt und sich alles gut vorstellen kann.
  • Bauen Sie Details ein, um die Geschichte glaubhaft zu vermitteln.
  • Merken Sie sich: Glaubhaftigkeit und Authentizität sind die wichtigsten Grundlagen im Storytelling!

Ein Bogen für die Spannung

Eines der wichtigsten Elemente des Storytelling ist der Spannungsbogen. Ein klassisch gezogener Spannungsbogen besteht aus fünf Anhaltspunkten:

  1. der Ausgangssituation
  2. einer sympathischen Hauptfigur
  3. dem Konflikt oder dem Hindernis
  4. der Entwicklung der Probleme
  5. einem abschließendem Höhepunkt: die Lösung mit Happy End.

In Krimis sieht der Spannungsbogen übrigens noch etwas anders aus und kann verwendet werden, um Ihre Geschichte besonders fesselnd zu erzählen:

“An jenem Tag, als Lara Berger ihren ersten Kunden bediente, sah alles nach einem ganz normalen Dienstag Nachmittag aus. Doch es lag etwas in der Luft, etwas, das ihr schon bald große Probleme bereiten sollte. Denn Lara hatte an diesem Tag vergessen, die Tür zum Kühlraum im hinteren Teil des Eisgeschäfts zu schließen…“

Details verhelfen zu Glaubhaftigkeit

Um Ihre Geschichte so interessant wie möglich zu gestalten, sollten Sie vor allem darauf achten, wie Sie sie erzählen. Ein guter Bekannter von mir hat mir einmal erklärt, wie es sein Onkel macht, der in der ganzen Gegend für seine schillernden Erzählungen bekannt ist:

“Er erzählt irrsinnig detailliert, ob er vor dem Ereignis Mittag gegessen hat, was für ein Auto er gefahren ist, welches Baujahr dieses hatte, wo die Geschichte stattgefunden hat und wie es dort aussah. Dadurch lässt er mich Vorkommnisse von vor über 40 Jahren hautnah miterleben. Ich fühle mich wie in einem Film, weil ich mir alles genau vorstellen kann.”

Trauen Sie sich also ruhig, ein paar auf den ersten Blick unnötige Details einzubauen, um Ihrem Publikum das Gefühl zu geben, ganz nah dabei zu sein.

Emotionen zeigen als Marketing-Strategie

Indem Sie Ihrem Publikum auf der gleichen Ebene entgegenkommen, machen Sie sich sympathischer und authentischer. Das sind zwei Schlüsselbegriffe des Storytelling, denn Emotionen auzulösen und auch zuzugeben ist in diesem Fall ein Teil der Marketing-Strategie. So können Sie zum Beispiel von Problemen und Herausforderungen berichten, die Sie auf dem Weg zu Ihrem Produkt bewältigen mussten. Zeigen Sie sich und Ihr Unternehmen ruhig von einer etwas verletzlicheren und menschlicheren Seite und sammeln Sie dadurch Sympathie-Punkte.

Alles klar soweit? Bevor Sie mit dem Schreiben einer neuen Selbstvorstellungen beginnen, sollten Sie sich noch folgende drei Fragen stellen:

Passt Storytelling zu Ihrem Unternehmen?

  1. Warum möchten Sie eine Geschichte erzählen und bleiben nicht beim klassischen „Über uns“?
    Nicht immer ist das kreative Storytelling die passendste Lösung.
  2. Passt die Geschichte zum Image Ihres Unternehmens?
    Sind Sie überhaupt bereit, auch Herausforderungen und Schwächen in der Geschichte anzusprechen (Stichwort “Authentizität”)?
  3. Können Sie Ihr Publikum auf Augenhöhe abholen?
    Ist der Inhalt für Ihre Zielgruppe nachvollziehbar und wirkt die Geschichte glaubwürdig?

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